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Erfahrungsbericht zum Dresdner Fotomarathon 2017

Bevor ich diesen Eintrag anfange, will ich nochmal sagen, dass dieser Beitrag eher an Fotografen und an Leute gerichtet ist, die sich für solche Wettbewerbe, wie den Fotomarathon, interessieren. Da er dieser Beitrag recht umfangreich ist, wollte ich das nur zu Anfang klarstellen. Demnächst werde ich einen kleinen Beitrag über die Siegerehrung und unsere eingereichten Bilder machen, der dann wahrscheinlich auch andere interessieren könnte.

 

Am 29.04.2017 war der Fotomarathon in Dresden (Mehr Infos). Steve Kalisch und ich (Thai Bao Hoang) haben an diesem teilgenommen und dabei eine große Menge Erfahrung gesammelt. In diesem Beitrag wollen wir dieses Event verarbeiten und dabei näher darauf eingehen wie ich persönlich dieses Event fand.

Zum Event:

Der Fotomarathon Dresden 2017 wurde nun das 7. mal in Folge veranstaltet und gehört zu einer der vielen Fotomarathons, die in Deutschland und auch in anderen Ländern veranstaltet werden. Der Ablauf ist ziemlich simpel. Alle Fotografen bekommen ein Motto und dazu 10 Themen. Diese 10 Themen müssen in 10 Bildern in derselben Reihenfolge aufgenommen werden, ohne dabei ein einziges zu löschen. Das bedeutet, das man in den 5 Stunden, die man Zeit hatte wirklich nur 10 Fotos insgesamt machen durfte. Zudem durften keine weiteren Bearbeitungen nach der Aufnahme eines Bildes getätigt werden. Aufgeteilt wurde der Wettbewerb dann nochmal in 3 Kategorien. Die Hauptkategorie waren die Digitalen Fotografen. Danach kamen die Analog Fotografen mit 30 Plätzen und die letzte war eine Sonderkategorie und zwar die Sofortbild Fotografen. Alle 3 Kategorien werden meines Erachtens einzeln gewertet.

Der Ablauf:

Gestartet wurde um 13 Uhr mit schätzungsweise mehr als 150 Fotografen. Ob es letzten Endes wirklich so viele Fotografen waren, kann ich leider nicht selbst sagen. Start war das Hygene-Museum, wo wir auch direkt zum Start die ersten 5 Themen bekamen:

  1. Ops I did it Again
  2. Another Brick in the Wall
  3. Losing my Religion
  4. Black or White
  5. No Limit

Für diese Themen hatten wir bis 16:30 spätestens Zeit um uns dann die nächsten 5 Themen an einen der beiden Zwischenstopps abzuholen. Wir entschieden uns zu dem Zwischenstopp in der Neustadt zu Fuß zu gehen, da sich das Ziel am Elbschlösschen befindet und somit der weg etwas kürzer war. 15 Uhr In der Neustadt angekommen, versuchten wir beide die letzten 5 Themen abzulichten welche da waren:

  1. Dont Worry be Happy
  2. Smoke on the Water
  3. I cant get no Sleep
  4. Blured Lines
  5. Ice Ice Baby

Diese Themen vielen uns etwas schwerer, jedoch haben wir es dann doch noch irgendwie geschafft alle Themen bis 17:30 im Ziel abzugeben. Damit waren wir eine halbe Stunde vor Schluss eher fertig, waren aber trotzdem sichtlich erschöpft. Am Ziel des Marathons angekommen gab es noch nette Gespräche, eine kleine Goodiebag mit Prospekten und der aktuellen Ausgabe von Digital – Foto und eine wunderschöne Aussicht auf Dresden vom Elbschlösschen aus. Insgesamt sind wir ca. 9-11 Kilometer zu Fuß gegangen, wenn ich mich auf meinem integrierten Schrittmesser meines Smartphones verlassen kann.

Wie fand ich den Fotomarathon?

 

zum Positiven:

Ich fand die Regeln oder Restriktionen, die uns gegeben wurden sehr erfrischend. Es hat einen dazu gebracht sich jedes Foto genau zu überlegen, auch wenn es manchmal einen überforderte. Was ich an diesem Wettbewerb schätze ist, dass man sich selbst auch mal überwinden musste und vielleicht Dinge tut die man sich sonst nicht traut. Ich persönlich musste mich zwingen, mehr Menschen auf der Straße anzusprechen und sie um ein Foto zu bitten. Ich selbst hab das in dieser Form so noch nicht wirklich gemacht und empfand es als eine Übung um mit fremden Menschen zu arbeiten. Es hat mir selbst sehr Spaß gemacht und selbst in dieser kurzen Zeit viel gelernt.

Interessant fand ich auch, dass man durch die Begrenzung auf 10 Fotos sich viel mehr mit den Fotos beschäftigt hat, die man gemacht hat. Zudem merkt man schneller was man bei seinen Fotos sonst immer falsch macht und kann sich damit dann verbessern. Damit gibt der Wettbewerb einem die Möglichkeit besser zu werden.

 

Zum Negative:

Kommen wir nun zu dem, was ich nicht so gut fand. Mir persönlich gefielen das Motto und die dazugehörigen Themen nicht so. Allgemein das Motto „let us entertain you“ hat mir zu schaffen gemacht und ich wusste nicht wirklich wie ich dieses integrieren soll in die Fotos. Problem war auch, dass nicht geklärt wurde, ob das Motto nur als eine Art Aufhänger genutzt wird, oder das Motto sich wie ein roter Faden durch die Bilder ziehen soll. Letztendlich war es wahrscheinlich egal, aber das Motto in der Kombination mit den Themen hat mir persönlich wenig Spielraum gegeben.

Zwar hab ich die Restriktionen des Fotomarathons im vorherigen Abschnitt gelobt, aber trotzdem habe ich auch etwas auszusetzen. Die Regel, dass die Reihenfolge eingehalten werden muss fand ich nicht so gut. Wahrscheinlich ist es aufwandstechnisch besser für die Veranstalter, dafür stört es die Teilnehmer deutlich im „kreativen Fluss“. Ich selbst habe unterwegs Motive gesehen, die sehr schön zu einem anderen Thema gepasst hätten. Diese musste ich schlicht und einfach auslassen, weil ich vorher noch zwei andere Themen erst ablichten musste.

Die andere Regel, die mich etwas gestört hat, war die Begrenzung auf 10 Fotos. Ich find es an sich gut, eine Begrenzung der Fotos einzuführen, aber bei 10 Fotos ist es wirklich sehr schwer die Motive so hinzubekommen, wie man sie möchte. Ein Problem ist auch, dass dadurch die Teilnehmer nicht so experimentierfreudig sind. Wenn man nur ein Versuch für jeweils ein Thema hat, will man das ja natürlich nicht versauen – letztlich will man ja gewinnen und sich bei der Ausstellung nicht mit einem schlechten Bild blamieren. Die Folge ist, dass die meisten Bilder eher konventionell sind und auch die Qualität der Fotos tendenziell schlechter ist. Ich selbst habe mich nicht mit Ruhm bekleckert und selbst einmal versehentlich zu früh abgedrückt.

Unterwegs haben wir auch einen Teilnehmer getroffen, der sein Handy als Fernauslöser genutzt hat. Was er nicht bedacht hat, ist, dass die Aufnahme bei einer Benachrichtigung oder SMS unterbrochen wird und neugestartet wird. Somit hatte er 3 Aufnahmen hintereinander gemacht, womit der Wettbewerb so gut wie gelaufen war.

 

Verbesserungsvorschläge:

Meiner Meinung nach hätte man den Fotomarathon noch besser machen können, womit ich zu Verbesserungsvorschläge komme. Als erstes würde ich die Regel mit der Reihenfolge weglassen. Es gibt Möglichkeiten den Aufwand trotzdem relativ gering zu halten und es würde den Teilnehmern den Wettbewerb um einiges verbessern. Dadurch sinkt die Frustration und die Flexibilität steigt.

Eine Begrenzung der Fotos würde ich nicht entfernen, weil es an sich eine gute Sache ist. Ich würde lediglich so etwas wie Freiversuche erlauben. Wenn man beispielsweise einfach 3 Zusatzschüsse hätte, würde die Qualität und die Experimentierfreudigkeit der Einreichungen um ein Vielfaches steigern. Zusätzlich würde man das Problem von technischen Fehlfunktionen umgehen und als positiver Nebeneffekt, wird der Wettbewerb attraktiver für Außenstehende. Denn dadurch kann man mit schöneren und interessanteren Bildern werben, was wahrscheinlich die Popularität allgemein steigern würde.

Noch besser würde die Qualität der Einreichungen werden, wenn noch bessere Fotografen mitmachen würden (Damit will ich nicht sagen, dass die Fotografen, die da waren schlecht gewesen sind). Das Problem ist aber, dass der Anreiz für professionelle Fotografen oder ähnliches nicht ausreicht um an diesem Wettbewerb mitzumachen. An sich würden wahrscheinlich mehr Fotografen mitmachen, wenn der Anreiz nicht nur Materiell wäre, sondern auch Möglichkeiten eröffnet. Ich könnte mir das so vorstellen, das die Gewinner aus den verschiedenen Städten nochmal antreten könnten, in einer Ihnen fremden Stadt oder gar Land. Dies würde den Fotografen die Möglichkeit geben sich größeren Herausforderungen zu stellen, zu Netzwerken, und mehr Erfahrung zu sammeln. Ich denke, dass somit auch professionelle Fotografen sich für den Wettbewerb interessieren würden.

Das Fazit:

Kommen wir zum Schlusswort. Im Großen und Ganzen hat mir der Fotomarathon natürlich gefallen. Ich habe jetzt zwar vieles bemängelt, aber so ist das nun mal mit Wettbewerben. Wäre er einfach würde auch der Reiz fehlen. Zwar könnte man einiges ändern um den Fotografen auch mehr Freiheit zu geben, aber alles falsch gemacht hat man ja auch nicht. Ich fand es sehr erfrischend der Fotografie aus einer anderen Richtung zu begegnen und sich mal aus seiner eigenen Komfortzone zu bewegen.

Auch wenn ich oder Steve vielleicht nicht gewinnen sollten, haben wir jeweils viel neues gelernt und vor allem Erfahrung gesammelt. Diese wollen wir nächstes Jahr auch direkt mal Anwenden. Wir sind schon gespannt wie der nächste Fotomarathon wird!

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